Zitate erfassen

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Zum modernen Verständnis von Wissenschaft gehört, dass deren Resultate veröffentlicht werden und, gedruckt oder elektronisch gespeichert, für eine Allgemeinheit zugänglich sind.

Wissenschaft ist ein arbeitsteiliger und dialogischer Prozess. Es ist ein Wesensmerkmal wissenschaftlichen Arbeitens, dass man sich in diesen Prozess einfügt und ihn vorantreibt. Das hat zur Folge, dass man das, was zu einem Gegenstandsbereich schon erarbeitet worden ist, zur Kenntnis nehmen und das eigene Tun und seine Ergebnisse zu dem vorhandenen Wissensstand in Beziehung setzen muss.

Ein weiteres Wesensmerkmal wissenschaftlichen Arbeitens ist, dass man die eigenen Forschungsinteressen, Fragestellungen und Untersuchungsergebnisse argumentativ begründet und darlegt. Das erfordert die detaillierte Auseinandersetzung mit fremden Positionen und Forschungsmeinungen.

Eine wichtige, wenn auch einige Übung und Erfahrung voraussetzende Arbeitstechnik, die diesen Erfordernissen entspricht, ist, vor allem in den Geistes- oder Humanwissenschaften, das Exzerpieren. Darunter versteht man das Anlegen von Textauszügen aus Werken Dritter. Ihr Zweck ist es, Aussagen zu belegen und dadurch nachprüfbar zu machen.

Exzerpte erstellen Sie in der Regel in Form von Zitaten. Man unterscheidet das direkte Zitat, in dem eine Textstelle in exakt dem Wortlaut, den sie im Ursprungstext hat, wiedergegeben ist. Der Textauszug steht zwischen Anführungszeichen. Eingriffe in diesen Textbestand sind nur erlaubt, wenn sie nicht sinnentstellend und durch eckige Klammern [ ] als Eingriff kenntlich gemacht sind. Beim indirekten Zitat hingegen fassen Sie den Sinngehalt einer Textstelle in eigenen Worten zusammen; diese stehen daher nicht zwischen Anführungszeichen.

In beiden Fällen müssen Sie darauf achten, dass Sie die Quelle (Titel und Seitenzahl/-zahlen, auf denen der Ursprungstext sich befindet) genau und vollständig festhalten und beim späteren Gebrauch der Exzerpte mit angeben.

Für das Erstellen von Exzerpten/Zitaten ist es sinnvoll, zwei Situationen zu unterscheiden:

Sie lesen aus einem allgemeinen Interesse heraus (zum Beispiel Grundlagentexte, Standardwerke, Werke mit nicht allzu engem Fachbezug). In diesem Fall werden Sie sich beim Erstellen von Exzerpten auf solche Stellen beschränken, in denen das Frageinteresse, das Problemverständnis, die wichtigsten Thesen/Ergebnisse des Werkes formuliert sind.
Sie lesen aus einem fach-, meist auch situationsspezifischen Interesse heraus, etwa im Zusammenhang eines anzufertigenden Referates, einer projektierten Veröffentlichung o. ä. In diesem Fall werden Sie sich zusätzlich um Detailaspekte und um Thesen kümmern, denen Sie zustimmen oder die Sie kritisieren wollen. Ihre Exzerpte dienen dann als Material bei der Ausarbeitung Ihrer Untersuchung.

Citavi ermöglicht Ihnen mit der Karteikarte Zitate im Programmteil Literaturverwaltung, eine der Anzahl und dem Umfang nach unbegrenzte Menge von Exzerpten zu einem aufgenommenen Titel zu erstellen und zu verwalten.

Bei der Aufnahme eines Exzerptes können Sie in einem gesonderten Eingabefeld Kernaussagen formulieren. Das ermöglicht es Ihnen, später den Inhalt des Exzerptes leichter wiederzuerkennen und seinen Text rascher zu verwerten. Sie können auch eine erste, vorläufige Ordnung unter Ihren Materialien schaffen, indem Sie in das Feld Kernaussage gleichlautende Schlagwörter eintragen. Eine verfeinerte Ordnung unter systematischen Gesichtspunkten schaffen Sie durch die (zusätzliche) Zuweisung von Kategorien.

Kommentare zu Exzerpten können Sie entweder unmittelbar in das Eingabefeld für Zitate mit aufnehmen; Sie müssen sie dann allerdings deutlich als solche kennzeichnen und vom zitierten Text absetzen. Sie können aber – oftmals besser – auch die Funktion Gedanken nutzen, die Citavi eigens für solche Zwecke bereitstellt.

In Citavi haben Sie die Möglichkeit, sowohl Text-Zitate als auch Bild-Zitate aufzunehmen.

Adresse dieser Seite: http://www.manuals.citavi.com/de?zitate_erfassen.htm