Verfügbarkeit von Titeln prüfen

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Durch Ihre Recherchen haben Sie bibliographische Daten über relevante Literatur in Citavi erfasst. Nun möchten Sie die entsprechenden Bücher entleihen oder Kopien einzelner Zeitschriftenaufsätze anfertigen. Es stellen sich also Fragen nach der Verfügbarkeit: Ist das Buch im Bestand der Bibliothek meiner Hochschule? Wenn ja, ist es gerade entleihbar? Falls nein, ist eine Fernleihe möglich? Bei Zeitschriftenaufsätzen: Hat »meine« Bibliothek eine gedruckte oder elektronische Fassung der Zeitschrift abonniert, die den gesuchten Aufsatz enthält? Falls nein, kann ich eine Kopie über einen Dokumentenlieferdienst beziehen?

Antworten auf diese Fragen erhalten Sie mit Hilfe der Verfügbarkeitsrecherche. Diese führt Sie über einen sogenannten Linkresolver zu für Sie nutzbaren Informationsressourcen. Die Nutzungsberechtigung hat in der Regel Ihre Hochschule oder Ihre Firma durch Lizenzverträge erworben. Ob Sie Mitglied der Hochschule sind und darum zum Kreis der Berechtigten gehören, wird anhand der IP-Adresse Ihres Computers geprüft. (Sie können das mit einer Telefonnummer vergleichen, an deren ersten Zahlen erkennbar ist, ob die Rufnummer zu einer bestimmten Firma gehört.) Alternative Autorisationsprüfungen sind möglich.

Wie funktioniert die Verfügbarkeitsrecherche?

Die Verfügbarkeitsrecherche wird mit einem Verfahren namens OpenURL vorgenommen. Die bibliographischen Daten eines Titels werden in eine URL (Uniform Resource Locator) umgewandelt. Diese Umwandlung erledigt Citavi für Sie. (Aus welchen Bestandteilen sich eine OpenURL zusammensetzt, erfahren Sie am Ende dieses Kapitels.) Citavi gibt die Daten anschließend an den so genannten Linkresolver Ihrer Bibliothek weiter.

Der Resolver verbindet verschiedene Informationsquellen und Services einer Bibliothek miteinander, so dass Sie von Ihren Suchergebnissen aus direkt die entsprechenden Serviceleistungen abrufen können. So finden Sie beispielsweise in einer Fachdatenbank einen Verweis auf einen Zeitschriftenartikel. Diesen Artikel können Sie – falls die entsprechende Zeitschrift lizenziert ist – im Volltext lesen. Im Literaturverzeichnis des Artikels finden Sie einen Titel, der Sie interessiert. Per Klick können Sie feststellen, ob dieses Buch in Ihrer Bibliothek verfügbar ist.

Um die Verfügbarkeitsrecherche nutzen zu können, müssen Sie wissen, ob die von Ihnen gewünschte Bibliothek einen Linkresolver betreibt und wie dessen URL (die so genannte »Base URL«)lautet. In Citavi sind die Base URLs vieler Bibliotheken bereits hinterlegt. Wenn Ihre örtliche Bibliothek nicht in der Liste aufgeführt ist, erfragen Sie bitte die nötigen Informationen bei Ihrer Bibliothek.

So geben Sie die Adresse des Linkresolvers in Citavi ein

1.Wählen Sie im Programmteil Literaturverwaltung aus dem Menü Extras den Befehl Projektübergreifende Optionen.
2.Wechseln Sie zur Registerkarte Verfügbarkeit.
3.Wenn Sie die Webadresse des Linkresolvers selbst ermittelt haben, fügen Sie diese in das Feld Base URL ein. (Weiter mit Schritt 5.) Wenn Sie eine der mitgelieferten Adressen nutzen wollen, klicken Sie auf die blaue Feldbeschriftung Base URL.
4.Wählen Sie aus der Liste das Land und dann die Bibliothek aus, die den Linkresolver betreibt.
5.Klicken Sie auf OK.

So steuern Sie, welche Parameter für die OpenURL-Generierung genutzt werden

1.Wählen Sie im Programmteil Literaturverwaltung aus dem Menü Extras den Befehl Projektübergreifende Optionen.
2.Wechseln Sie zur Registerkarte Verfügbarkeit.
3.Setzen Sie durch Klick auf die Checkboxen ein Häkchen vor diejenigen Deskriptoren, die zur OpenURL-Generierung herangezogen werden sollen.

So führen Sie eine Verfügbarkeitsrecherche durch

1.Stellen Sie sicher, dass die Base URL des Linkresolvers der gewünschten Bibliothek in den Projektübergreifenden Optionen eingetragen ist (s. o.).
2.Stellen Sie sicher, dass Ihr Computer mit dem Internet verbunden ist.
3.Wechseln Sie im Programmteil Literaturverwaltung zu dem Titel, zu dem Sie eine Verfügbarkeitsrecherche durchführen möchten.
4.Wählen Sie aus dem Menü Titel den Befehl Verfügbarkeit prüfen (oder drücken Sie die Tastenkombination Strg+UMSCHALT+R).
5.Citavi startet Ihren Webbrowser und fügt die passende OpenURL in das Adressfeld des Browsers ein.
6.Sie werden zur Linkresolver-Seite Ihrer Bibliothek geführt und sehen die Ergebnisse Ihrer Recherche sowie evtl. zusätzliche Serviceangebote:

Tipp: Zeitschriften verfügen über eine ISSN (International Standard Serial Number), über die sie eindeutig identifizierbar sind. Wenn Sie die ISSN in Citavi notieren (Menü Listen > Zeitschriften und Zeitungen), nutzt Citavi die ISSN für OpenURL-Abfragen.

OpenURL und SFX

Häufiger noch als OpenURL wird Ihnen der Begriff und das Logo SFX begegnen. Entwickelt wurde SFX, das auf den OpenURL-Standard aufbaut, 1999 an der Universitätsbibliothek Gent von Herbert van de Sompel. Die Rechte an der Software erwarb kurz darauf die Firma Ex Libris.

Über den SFX-Button, der in jedem Eintrag einer Datenbank oder eines OPACs erscheint, können Sie also zusätzliche Services aufrufen. Sie sehen stets nur die Angebote, die für Sie lizenziert wurden, und zwar maximal folgende:

Full Text available via …
= der Online-Volltext ist bei Ihrer Bibliothek verfügbar;
Holdings in …
= Liste der Bibliotheken, die das Buch oder die Zeitschrift besitzen;
Order a copy of this article from …
= kostenpflichtige Kopien bestellen (wenn kein Online-Volltext verfügbar ist);
Reviews
= nach Buchrezensionen suchen, und zwar bei Online-Buchhändlern bzw. Buchsuchdiensten (z. B. Amazon, BookFinder, addall);
Author / Citation Analysis
= nach Zeitschriftenartikel des/der Autoren/in im Web of Science suchen, in dem verzeichnet ist, wie oft und von wem ein Artikel zitiert worden ist;
Search for related information in Google Scholar
= nach Titelwörtern oder Autorennamen in Google Scholar suchen;
Search for related information in a Web Search Engine
= nach Titelwörtern in diversen Suchmaschinen suchen;
Journal Info
= Informationen (Verlag, Erscheinungsweise, Abonnementspreise etc.) zur Zeitschrift (z. B. aus ulrichsweb.com) anzeigen;
Reference
= bibliographische Daten direkt nach Citavi (oder EndNote) exportieren.

Für technische Interessierte: So entsteht eine OpenURL

Eine OpenURL setzt sich aus folgenden Bestandteilen zusammen:

die Base URL, die den OpenURL Resolver bezeichnet (obligatorisch)
Informationen zum OpenURL-Ersteller (optional)
die eigentliche Abfrage als eine Folge von Deskriptoren und deren Werten (obligatorisch),

Sie erkennen in folgender OpenURL den Resolver der Freien Universität Berlin (sfx.kobv.de/sfx_fub) und die bibliographischen Daten zum Autor, Veröffentlichungsjahr, ISSN etc.:

http://sfx.kobv.de/sfx_fub?sid=SwissAcademicSoftware:Citavi&aufirst=Gavin&aulast=Brown& date=2005&epage=1048&issn=0033-2941&issue=3&pages=1044-1048&spage=1044& title=Student%20information%20literacy:%20psychometric%20validation%20of%20a%20self-efficacy%20report&volume=96

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